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An dieser Stelle möchten wir einige Basics aus der Fotographie erklären. Es hat sich gezeigt, dass viele User mit den
Grundbegriffen ein Verständnisproblem haben. Nur, wenn man diese Grundbegriffe und ihren Zusammenhang nicht versteht, wird man nie lernen, sein Arbeitsgerät richtig zu bedienen.
Was versteht man unter dem Begriff Brennweite?
Augenscheinlich für den Betrachter ändert sich der gesehene Bildausschnitt bei verschiedenen Brennweiten, mit einhergehend
werden Objekte in der Ferne bei grösseren Brennweiten näher heran geholt, bei kleinen Brennweiten ergeben sich eher “Panoramaaufnahmen”( zumindest vom Bildausschnitt her ).
Die Einheit wird in Millimetern angegeben, z.B. 28 mm Brennweite. Diese Angaben sind auch auf Objektiven aufgedruckt.
Die Brennweite bezeichnet den Abstand zwischen Aufnahmefläche, z.B. dem Digitalchip, dem Negativfilm, dem Diafilm, usw.,
an dem sich parallele Lichtstrahlen zu einem Brennpunkt bündeln und dem Mittelpunkt der Linse/ des Linsensystems ( optischer Mittelpunkt ). Das kann man sehr einfach nachvollziehen. Nimmt man eine Lupe
und ein Stück Papier und hält die Lupe in die Sonne und das Stück Papier dahinter, so sieht man eine kreisförmige Abbildung auf dem Papier. Die Grösse des Kreises hängt vom Abstand der Linse zum Papier
ab. Variieren sie diesen Abstand, so verändern sie die “Brennweite”. Dies bedeutet, dass sie bei längerer Brennweite einen kleineren Bildwinkel bekommen und eben auch eine Vergrösserung der zu
fotografierenden Objekte.
Ein sog. Standardobjektiv besitzt den Blickwinkel, den das menschliche Auge besitzt. Im Kleinbildformat ( 24x36mm noch aus
der analogen Fotozeit ) wäre das ungefähr eine Brennweite von 50mm.
Nachfolgend ein Übersichtsbild zum Thema Brennweite:
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Wie wir sehen, verändert sich die Brennweite mit der Veränderung des Abstandes zwischen Linse/Objektiv und der
Aufnahmefläche. Nun wird natürlich in einer Kamera nicht die Aufahmefläche hin- und hergeschoben, die Linsen im Objektiv werden in verschiedenen Tuben verschoben, somit erhält man den gleichen Effekt.
Die Fokussierung, sprich Scharfstellung erfolgt über die Anpassung verschiedener Linsen im Objektiv, bis bei der gewählten
Brennweite die Lichtstrahlen im Brennpunkt direkt auf der Aufnahmefläche, hier der CCD, auftreffen, dann ist das Bild scharf gestellt.
Bezogen auf das Kleinbildformat kann man als Faustregel folgendes festhalten:
- 20mm Brennweite ist ein Superweitwinkelobjektiv - 28mm Brennweite ist ein Weitwinkelobjektiv - 50mm Brennweite ist eine Normalbrennweite
- 85mm Brennweite ist ein leichtes Teleobjektiv, welches sich sehr gut auch für Macro- und Portraitaufnahmen eignet - 135mm Brennweite ist ein leichtes Teleobjektiv
- 200mm Brennweite ist ein Teleobjektiv - 300mm Brennweite ist ein starkes Teleobjektiv, welches häufig von Fotographen bei Sportaufnahmen eingesetzt wird - ab 400mm Brennweite spricht man von
Fernobjektiven, sie können für ferne Objekte, z.B. Mondaufnahmen, oder in der Tierfotographie eingesetzt werden.
Nun, bis dato haben wir alles auf das Kleinbildformat bezogen, moderne Spiegelreflexdigitalkameras setzen aber meist einen
Chip ein, der etwas kleiner ist. Deshalb muss man die Brennweite entsprechend umrechnen. Nikon verbaut z.B. Chips, die die Brennweite eines Kleinbildobjektives um den Faktor 1,5 verlängern. Man
bezeichnet ihn auch als Crop-Faktor. Aus einem Objektiv mit 200mm Brennweite wird so ein Objektiv mit 300mm Brennweite. Was im Telebereich noch angenehm ist, passiert natürlich auch im Weitwinkelbereich,
uns geht die Brennweite nach “unten” hin verloren, wir haben kein Weitwinkel mehr mit 28mm Brennweite, sondern schon fast ein Normalobjektiv mit 42mm Brennweite. Die Industrie freuts, neue Objektive
werden gekauft.
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Bei den Objektiven liest man aber noch eine weitere Angabe, die Lichtstärke.
Was versteht man unter Lichtstärke?
Ein Objektiv besitzt fast immer eine sog. veränderliche Irisblende. Das ist vergleichbar mit einem kreisrundem Ausschnitt,
dessen Durchmesser variabel ist. Dies bezeichnet man in der Fotographie als Blende. Der dazugehörige Blendenwert gibt Aufschluss über den mit der Irisblende einstellbaren Durchmesser der Blendenöffnung.
Dieser Wert verhält sich gegensätzlich zum Öffnungsdurchmesser, d.h. ein grosser Blendender bedeutet einen kleinen Öffnungsdurchmesser der Blende. Der Wert wird in F angegeben. F 2.8 bedeutet eine grosse
Blendenöffnung, F 22 bedeutet eine kleine Blendenöffnung. Doch wozu müssen wir das wissen? Die Blende gibt Aufschluss über das einfallende Licht. Grosse Blendenöffnung lassen viel Licht einfallen, kleine
eben wenig. Unter der Lichtstärke eines Objektive versteht man die max. Blendenöffnung des Objektives!
Wenn wenig Licht einfällt, müssen wir, oder die Automatik, die Verschlusszeit für ein richtig belichtetes Bild anpassen.
Beispiel:
Ein optimal belichtetes Bild benötigt eine Lichtmenge X. Die Lichtmenge ergibt sich durch das einfallende Licht, d.h.
durch die gewählte Blende und die Zeit, in der das Bild belichtet wird, die Verschlusszeit. Verändere ich den einen Wert, muss ich den anderen anpassen, damit die selbe Menge Licht zu einem optimal
belichtetem Foto führt. Auch dafür gibt es eine Faustformel. Man spricht von Blendenwerten und Belichtungswerten.
Belichtungswerte:
1 Sekunde, 1/2 Sekunde, 1/4 Sekunde, 1/8 Sekunde, 1/16 Sekunde, 1/30 Sekunde, 1/60 Sekunde, 1/125 Sekunde, 1/250 Sekunde,
1/500 Sekunde, 1/1000 Sekunde usw.
Blendenwerte:
f 2.8, f 4.0, f 5.6, f 8.0, f 11, f16, f 22 usw.
Benötigt ein Bild bei einer Blende 5.6 eine Verschlusszeit von 1/60 Sekunde, so erhalte ich die gleiche Lichtmenge auch
bei Blende 4.0 und 1/125 Sekunden Verschlusszeit.
Nun fragen sie sich aber zu Recht, warum muss ich denn die Blende wissen, wenn meine Kameraautomatik doch sowieso die
optimalen Lichtmenge errechnet? Gaaaaaanz einfach. mit dem Blendenwert einher verändert man die sog. Tiefenschärfe.
Was ist nun wieder die Tiefenschärfe?
Bedingt durch die Blendenöffnung ergibt sich ein mehr oder weniger grosser Bereich, der scharf auf der Aufnahmeebene
abgebildet werden kann. Dieser Bereich wird als Tiefenschärfe benannt. Je grösser die Blendenöffnung ist, desto geringer ist die Tiefenschärfe, also der Bereich, der scharf abgebildet wird. Der
Tiefenschärfebereich ist aber auch abhängig von der Brennweite und der Entfernung des zu fotografierenden Objektes.
Ganz genau genommen wird eigentlich nur das richtig scharf, was sich im Schärfepunkt befindet. Nur, hier kommt wieder die
Faustformel, das menschliche Auge ist da nicht soooo genau, es lässt durchaus einen gewissen Bereich zu, der von uns auch noch als rel. scharf wahrgenommen wird. Dieser Bereich liegt zwischen dem Nah-
und Fernpunkt und nennt sich Tiefenschärfebereich, oder auch Schärfentiefebereich. Wichtig ist nun, wie erkennen iwir denn, wie gross dieser Bereich überhaupt ist? Dafür gibt es Anhaltspunkte. Zu
beachten ist dabei, dass sich dieser Bereich immer zu 1/3 vor und bis 2/3 hinter dem Schärfepunkt bezieht.
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kleiner Blendenwert -f2.8
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großer Blendenwert - f16
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Damit dies aber noch deutlicher wird, erlaube ich mir eine Verlinkung zu der Website von Herrn Horst Riefers, dort gibt es
einen sehr komfortablen Tiefenschärferechner.
Mit der Tiefenschärfe können wir ein Bild gestalten! Wenn wir eine Weitwinkelaufnahme einer Landschaft machen wollen, so
wählen wir eine grosse Tiefenschärfe, also einen grossen Blendenwert. Möchten wir eine Portraitaufnahme durchführen, so werden wir einen kleinen Blendenwert wählen. Warum? Ganz einfach. Die Fotographie
ist das Spiel mit dem Licht. Bei einem Bild sollte der Fotograph daran denken, dass er sich das Bild nicht nur alleine anschaut. Er kann das Auge des Betrachters auf das bildwirksame Objekt führen, in
dem er z.B. bei einer Portraitaufnahme das Gesicht scharf abbildet und den Hintergrund, der ja nicht wichtig für die Bildaussage ist, einfach durch extreme Unschärfe verschwinden lässt. So führt er den
Betrachter dazu, sich sofort auf das Gesicht zu konzentrieren. Es gibt noch viele solcher gestalterischen Beispiele, z.B. bei Macroaufnahmen usw.
Ein Beispiel dazu:
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Abschliessend noch ein paar Anmerkungen. Wir haben oben bereits kurz das Thema Verschlusszeit angesprochen. Auch dafür
gibt es eine Faustformel. Man geht davon aus, dass ein Mensch rel. verwacklungssicher ist, wenn er folgende Formel beachtet:
1/Brennweite ( auf das Kleinbild bezogen ) sollte ein rel. verwacklungsarmes Bild ergeben. D.h. bei einer Brennweite von
250mm benötige ich mind. eine Verschlusszeit von 1/250 Sekunden! Bedenke ich nun noch den Bereich, den ich scharf abgebildet haben möchte ( Tiefenschärfe ), so werde ich bemerken, dass ich ganz eng an
die Lichtverhältnisse gebunden bin. Bei strahlendem Sonnenschein sollte es damit selbst bei Blende 8 keine Probleme ergeben. Ist es trübe, hab ich ein Problem!
Was nun? moderne Digitalkameras sind hier ein Seegen. Ich kann für jede Aufnahme die Empfindlichkeit einstellen, den sog.
ISO-Wert. Dieser verhält sich ebenfalls kontinuierlich zum Blenden- oder Zeitwert.
Zuviel? Nö, is ganz einfach.
Beispiel:
Wir haben wieder eine best. Ausnahmesituation, also eine best. Menge Licht zur Verfügung: X. Wir wissen, ich benötige für
den Bereich, den ich scharf abbilden möchte eine Blende 8 und die Brennweite 60mm. Die vorhandene Menge Licht würde eine Verschlusszeit von 1/30 Sekunde ergeben. Wir haben einen ISO-Wert von 200
eingestellt. Nun, wir würden das Bild aller Wahrscheinlichkeit nach verwackeln. Was tun? Wir erhöhen den ISO-Wert und machen die Kamera lichtempfindlicher! Statt ISO 200 stellen wir ISO 400 ein und
gewinnen eine Blende, oder eine Zeitstufe. Statt 1/30 Sekunde haben wir nun 1/60 Sekunde, die Verwackulungssicherheit ist gegeben.
Beispiel bei Brennweite 60mm, Blende 5.6:
Die gleiche menge Licht ergibt: - ISO 100, 1/30 Sekunde - ISO 200, 1/60 Sekunde - ISO 800, 1/125 Sekunde
- ISO 1600, 1/250 Sekunde
Beispiel bei Brennweite 60mm, Zeit 1/60 Sekunde:
Die gleiche Menge Licht ergibt: - ISO 100, Blende 2.8 - ISO 200, Blende 4.0 - ISO 800, Blende 5.6
- ISO 1600, Blende 8.0
Das bezieht sich immer auf die jeweils vorhandene Lichtmenge, die ja variieren kann ( Sonne, Wolken, Nachts...usw )
Jepp, alles klar, is ja ganz einfach. Naja, dazu kommt allerdings wieder ein anderes Problem. mit zunehmender ISO-Zahl
erhöht sich die Kornbildung, oder bei der digitalen Fotographie das Bildrauschen. Je kleiner der Chip ist, desto grösser wird das Rauschen. Eine kleine Digitalkamera rauscht bei ISO 400 schon recht
heftig, eine gute Spiegelreflex mit grossem Chip rauscht selbst bei ISO 1600 recht wenig. Also, beachten!!!! Dazu gibst noch ein wenig mehr unter dem Menüpunkt Bildbearbeitung auf dieser Website.
Ich hoffe, diese Basics helfen dem ein oder anderen.
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