Unsere Meisen
Bornhausen

Mein Vater baute uns zwei wunderschöne Nistkästen. Den einen hängte meine Frau, von Beruf Biologin, an einer Birke auf, den zweiten direkt bei uns am Balkon. In diesem Frühjahr belegte ein Kohlmeisenpärchen den Nistkasten. Fleißig schufen die Beiden Gräser, Fellreste, Moose und weiteres Nistmaterial an. Das stete Treiben hatte nach zwei Wochen ein Ende und es wurde ruhig im Nistkasten. Immer mal wieder sahen wir einen der Vögel. Anfang Mai wurde es jedoch deutlich unruhiger, das Brüten schien beendet zu sein, die Jungvögel wurden gefüttert. Beide Elternteile sind hochgerechnet ca. 500 Mal am Tag mit Futter zu den Jungtieren geflogen.Wahnsinn, was für eine Leistung und Aufopferung! Aus dem zarten Pepsen wurde ein mächtiges Vogelgeschrei. Wir verfolgten die Fütterung und warteten auf das Flüggewerden. Und ja, heute am 18.Mai 2007 war es soweit. Der erste Jungvogel flog, oder sagen wir eher stolperte aus dem Nistkasten direkt auf unseren Balkon und irrte da umher. Der Kleine war vollkommen zutraulich, gänzlich ohne Angst, so dass wir uns ihm nähern konnten, um ein paar Fotos zu machen. Nachdem er aber in einen Blumenübertopf gehüpft war, mussten wir eingreifen. Ich hob vorsichtig die Blume aus dem Kübel, meine Frau nahm das kleine Kuscheltier in ihre Hände und setzte es vorsichtig auf dem Balkon ab. Da die Eltern nur den Nistkasten beachteten, rief meine Frau unseren Tierarzt Herrn Dr. Beyerbach an. Dieser meinte, ab zurück in den Nistkasten mit dem Kleinen, die müssen alle zur selben Zeit rausfliegen, sonst wird das nichts. Nun gut, gesagt und getan. Wir nahmen den Kleinen abermals vorsichtig in unsere Hände und legten ihn zurück in den Nistkasten. Ca. zwei Stunden später war es dann soweit, nacheinander flogen drei Jungmeisen aus dem Nistkasten, über unseren Bach auf die umliegenden Bäume, einer auch auf eine Grillhütte. Sie wurden dort weiter von den Eltern mit Nahrung versorgt, wir waren schon ein wenig stolz. Anbei ein paar Bilder von den Meisen.

Anfängliches Zögern, brüteten die Meisen doch in unserer unmittelbarer Nähe, auch in der Nähe unserer beiden Katzen, Emil und Frieda, die wir aber gut im Griff haben.

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Schnell war das Verlangen nach noch mehr Futter groß, unerbittlich flogen die Eltern das Futter heran. Die Kleinen wuchsen und sprangen ab und an an die Nistkasten- öffnung und lugten aus dem Loch. Ein schönes Spiel der Natur.

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Wachsam wurden wir beäugt.

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Das erste Jungtier auf dem Balkon

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Die Jungen sind flügge und probieren die neugewonne Flugkunst aus, herrlich.

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Weitere Bilder und ein paar Videos gibts auf der Website meiner Frau: www.waldkunde.info.

Einen für uns sehr traurigen Nachtrag möchte ich noch erwähnen. Da die Meisen eventuell noch einmal im Sommer in dem selben Nistkasten brüten, sollte dieser ausgeräumt sein, so jedenfalls unser Tierarzt Dr. Beyerbach, den wir für einen sehr guten Tierarzt halten. Wir haben heute den Nistkasten abgenommen und zum Reinigen geöffnet. Leider war das ein sehr trauriges Ereignis, die Familie hatte vier Junge, eines hat es nicht geschafft und lag tot im Nistkasten. Den Tränen nahe, haben wir es bei uns im Garten beerdigt und ihm ein Gedenkkreuz aufgestellt. Wir haben ihn “Meisi” genannt.

Dies ist auch der Grund, unsere Idee mit einer Nistkastenwebcam einzustellen. Wir werden dieses Projekt nicht durchführen. Die Gesetze der Natur sind nicht wirklich für uns geschaffen. Gerne bieten wir Tieren eine Möglichkeit zur Brut u.ä. aber beobachten, wie das schwächste Tier jämmerlich stirbt und dies auch noch in Bildern festhalten, NEIN...

In Gedenken an Meisi!

Anke, Lutz, Lukas und Rolf