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Da wir schon einmal in der Gegend waren, besuchten wir auch Avignon. Avignon ist eine wirklich wunderschöne Stadt, die ein
wenig von den Großstädten Frankreichs abweicht, weil sie einen Flair ausstrahlt, den man anderswo nicht findet. Kleine Gassen, gemütliche Bistros, aber auch der monumentale Papstpalast und die Pont de
Avignon. Der Ort hat allerlei historisch relevantes Kulturgut zu bieten.
Direkt an der Rhone gelegen, fasziniert diese Stadt ungemein. Schauen wir uns die Geschichte ein wenig näher an:
Aus der römischen Kolonie Avenio um 48 v.Chr. wuchs im Laufe der Jahrtausende Avignon. Seine Berühmtheit
erlangte es im 14. Jahrhundert durch das „Jahrhundert der Päpste“. Weil man sich in Italien mal wieder nicht ganz grün war, zog es der damalige Papst vor, unter Einfluss des französischen Königs nach
Frankreich überzusiedeln. Frei nach dem Motto, wo der Papst ist, da ist Rom, wurde ihm auch gleich eine recht herrschaftliche Hütte, der sog. Palast du Pape errichtet. In 67 Jahren waren 7 Päpste in
Avignon tätig. Man mag es kaum glauben, da doch dort die direkten Nachfahren, oder wie immer sich die Päpste auch bezeichnen, gar nicht auf dem Grabe Petrus regieren konnten. Nun ja, Korruption und
Verschwendungssucht ließen die Macht des Papstes rapide gen Null gehen. Man schob es auf den Standort und zog wieder nach Rom, da war ja auch der Petrus näher…Jaja, die katholische Kirche.. Da man sich
damals überhaupt nicht einigen konnte, wer den nun den Papst mimen darf und warum wer wen gewählt hat, gabs Zeiten, in denen es zwei Päpste parallel gab. Das nur am Rande, weil es mich in meiner
Abneigung zur kath. Kirche bestätigt. Was hat man nicht alles aus dem Glauben gemacht. Einst ein hohes Gut, im Laufe der Jahrtausende verkümmert zu einer machtpolitischen Doktrin einzelnen Erhabener und
deren Jünger, na denn Danke. Zum Glück gibt’s ja noch andere Gegebenheiten aus Avignon. Ja, Mireille Mathieu, die Stimme aus Avignon. Unvergessen trällert sie ihre Lieder in unsere Ohren, eine wahre
Stimmgewalt einer doch recht kleine Frau. OK, kommen wir zum nächsten Kulturgut Avignons, der Pont de Avignon. Nein, nicht nur durch das Lied "Sur le Pont d'Avignon" wurde und ist sie berühmt,
sie war auch die längste Brücke im Mittelalter, von der nach einem Hochwasser 1665 allerdings nur noch drei Brückenbögen übrig blieben. Das Lied ist im Text leicht verändert worden, hieß es doch im
Original "Sous le pont d´Avignon", also „Unter der Brücke von Avignon“ und sollte eine Anspielung auf das Rotlichtmilieu sein, welches direkt am Papstpalast befand. Ein Schelm, wer böses dabei
denkt.
Beides, der Papstpalast, sowie auch die Brücke sind Weltkulturerbe der UNESCO.
Wir waren neugierig und schauten uns den Palast einmal näher an.
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